Wednesday, February 21, 2007

Beim Burgeressen

In einer Nacht, die an sich schon strange genug war, habe ich wohl anscheinend diese Fotos bei einem naechtlichem McDonaltsbesuch geschossen.



Da fragt man sich, was kuenstlicher ist. Die Frisuren oder die Burger im Hintergrund.



Nein, es ist kein Mythos, dass bei Japanern, sobald sie eine Kamera vor sich sehen, das Victory-Zeichen wie ein Reflex zum Vorschein kommt.
Lustige Menschen.

Spielkollegen

...Bei der Arbeit



...Nach der Arbeit

Friday, February 16, 2007

Oh Tannenbaum

Es sollte nur eine kleine Unterhaltung mit ein paar Grundschuelern werden. Das meinten jedenfalls die Lehrerinnen unserer Japanisch-Schule, die uns anboten, mit ein paar weiteren Auslaendern eine japanische Grundschule an dessen internationelem Schulfesttag zu besuchen, um ein wenig ueber das Land, aus dem wir herkommen zu erzahelen.
Letztendlich landeten wir Auslaender dann in der riesigen Sporthalle der Schule, in der schon die gesamte Schuelerschaft plus Lehrer auf uns wartete. Wie klasse. Jeder von uns durfte dann vor gesammelter Mannschaft nach vorne ans Mikrofon treten und - natuerlich auf japanisch - von seinem Land erzaehlen. Noch besser. Alle, ausser mir hatten super Reden vorbereitet und jeder konnte im Anschluss noch eine Extravorstellung bieten, sei es ein bolivianisches Holzfloetenlied oder die Trommelvorstellung des Marokaners.
Um nicht aus dem Rahmen zu fallen, entschied ich mich dann spontan das erstbeste Weihnachtslied zu traellern, dass mir einfiel - Es war ja schliesslich gerade Weihnachtszeit - und fand mich dann selbst, vor knapp 100 Schuelern und Lehrern, beim "Oh Tannenbaum"-Singen wieder.
Meine Deutschlandschilderung beschraenkte sich uebrigens fast ausschliesslich auf Omas leckeres Kotelett (Sogar Illustriert durch ein selbstgezeichnetes Bild von mir).




Auch die japanische Polizei muss mal Wasser lassen.
Aus Sicherheitsgruenden natuerlich nur mit gezuecktem Warnleuchtstab.



Thursday, February 15, 2007

Yuzu

Otaru


Als ich noch Santa war

Schichtwechsel. Kurz davor befand ich mich noch im Santa-Kostuem, um von begeisterten Japanern im Blitzgewitter umringt zu sein. Damals habe ich einige wirklich seltsame Erfahrungen machen duerfen...



Nosomu

North District










Jinja

In Waeldern und auf Bergen, die Shintō-Schreine.







Wednesday, February 07, 2007

la Nuit




Teine

In dem Sapporo am naechstem gelegenem Skigebiet lern ich in letzter Zeit das Schneebrettfahren. Mit Blick uebers Meer und die Stadt durch die Tiefschnee-Waelder rasen (oder eher fallen).





"Cool Runnings" in Japan ?!


Wednesday, January 31, 2007

Sommer und Herbst beim Hakkenzan

Der Ort, an dem unsere kleine Berghuette steht, die wir Zivis nicht selten zum Feiern nutzten.
Gleich in der Naehe, eine Cowboyranch, bei der sich gelegentlich zu Westernfestivals, inklusive Reitwettbewerben getroffen wird. Als mir dort zum ersten Mal ein Japaner im Cowboysuit entgegengeritten kam, war das doch sehr merkwuerdig...



In den langen Passagen stehen die vielen Musiker dicht an dicht nebeneinander, und uebertoenen sich gegenseitig mit ihren Stimmen und Gitarren. Oft umringt von einer Scharr mitsummender Maedchen.




Tuesday, January 30, 2007

Von frueher

Gut, ich komme nicht ansatzweise dazu, hier etwas reinzuschreiben. Um aber nicht ganz dicht zu machen, werde ich ab jetzt die Luecken bis zu naechsten Geschichten mit einfachen Fotoposts fuellen. Den Anfang machen ein paar wenig aussagende Landschaftsfotos, von laengst vergangenen Bergtours...








Wednesday, December 13, 2006

Ching Chan Chong

Ich weiss, ich weiss, die Zeit rast davon und von neuen Posts von mir ist nicht viel zu sehen. Fast taeglich koennte ich hier von seltsamen Dingen erzaehlen, aber jedesmal wenn ich dann von solchen Tagen muede nach Hause komme, siegt mein platter aber gemuetlicher Futon gegenueber der Tastatur und ich komm wieder nicht dazu, euch ein wenig von hier zu berichten.
Und so geraten dann nette Geschichten ueber kurzfristig einstudierte Aufritte als Kosakentaenzer, interessante Begebenheiten als Wuerstenverkaeufer, das Erlebniss von meiner Solo "Oh Tannenbaum"-Improvisation vor ueber 100 Grundschuelern und Lehrern in einer riesigen Aula, und Berichte von meinem Doppelleben als Teilzeitweihnachtsmann auf einem Muenchner Weihnachtsmarkt, dem Megaspektakel hier in der Stadt zur Zeit, einfach in Vergessenheit. Es fehlt mir also nicht an Erlebnissen, sondern an Zeit, von diesen zu berichten.

Aber heute Abend - ob es an den leckeren Wasabisashimi oder doch eher an dem CaramelCapuchino von vorhin liegt, dass ich dafuer meinen dringend noetigen Schlaf opfer, weiss ich nicht - werd ich wieder einmal ein wenig von diesem seltsamen Land erzaehlen. Und glaubt mir, es ist seltsam, was ich auch heute wieder mal bis aufs letzte bestaetigt bekommen habe.

Gestern morgen hatte mich meine Cheffin kurzfristig darauf angesprochen. "morgen abend hast du keine Arbeit, wegen einer Veranstaltung um 6 - komm im Anzug" und weg war die viel beschaeftigte Frau wieder. Steffen hat nicht weniger unklare Infos erhalten, und so blieb uns nichts anderes uebrig, als uns auf alles gefasst zu machen und auf heut abend zu warten.
Also heute Abend dann in meinen Abiball anzug geschluepft, Schuhe von dem grossgewachenem KimuraSan bekommen, der Steffen, unsere Cheffin, mit der er zusammen ist, und mich in die Stadt chauffierte, und mit seinem altem, rotem VWPolo vor einem dieser Superhotels brachte, von wo wir 3 dann von Pagen eskortiert wurden.
Es war ein Vortrag des Vorsitzenden des deutschem Konsulats in Sapporo - deshalb auch auf deutsch und nicht unkritisch in Bezug auf die Aeusserungen gegenueber Japans, wie Walfang, Todesstrafe und dergleichen, was die japanische Uebersetzerinn doch haeufig ins Schwitzen brachte.
Nach anschliessenden Fragen aus dem im Durchschnitt ueber 60 Jaehrigem, rein japanischem Publikum, die nicht japanisch-typischer haetten sein koennen, wie zB "Aber wenn Deustchland so offen fuer Einwanderung ist, dann gibt es doch bald garkeine "echten" Deutschen mehr, dass waere doch schade", wurde es dann lustig.
Zuerst, wurde das Bier eingeschenkt. Wenn eine Veranstaltung in Japan nur im geringsten etwas mit Deutschland zu tun hat, scheint das allerwichtigste auf einmal das Bier zu sein. Nachdem der Vorsitzende der Sapporo Biermarke, die an diesem Abend getrunken wurde, hoechstpersoenlich auf einmal wie aus dem Nichts, aehnlich dem einer kurzeingeblendeten Fernsehwerbung, erscheint, auf der Buehne ausdruecklich erklaert, wie lecker doch sein Bier sei und wie sehr es doch dem deutschem aehnele, und darauf wieder genauso schnell verschwindet, wurde endlich angestossen.
Nach einem leckerem, rohem Fischbuffee (ich mag das wirklich), stellten dann wir 2 "echten" deutschen (Steffen ist halbjapaner), uns dem Publikum vor, anschliessend gings dann weiter im Deutschprogramm - Zeit fuer deutsche Weihnachtslieder. Aber nicht, bevor nicht die Ausprache zusammen geuebt wird, und so sassen wir alle in diesem feinem Veranstaltungssaal, ich mit vielen anderen auf die 70 gehenden Japanern an einem rundem Tisch, und studierten mit einer Stimme, die nicht monotoner und einschlafender haette sein koennen, "Stille Nacht" und "Oh Tannenbaum" in preziser Sorgfalt, Strophe fuer Strophe ein. Ich habe mir nicht nehmen lassen, diesen Hoergenuss mit aufzunehmen.
Internationaler Austausch auf seiner japanischsten Art und Weise.
Und schliesslich wurde gesungen.

Weihnachtslieder, da fehlen ja nur noch die Geschenke, und die kamen dann auch.
Nun stellte sich aber ein Problem heraus: wer darf nach vorn, und sich was von dem Tresen voller bunter Geschenke nehmen. Naja auf jedenfall doch die 5-jaehrige kleine Tochter von einer Frau aus dem Publikum. Nichts da, jedem die gleichen Chancen, ob 5 oder Ende 50.
Und so wurde dieses Problem auf die Art und Weise geloest, die bei solchen Momenten fuer Japaner als die einzig richtige, angemessenste und vernuenftigste erscheint: Schere, Stein Papier.

Als ich einmal mit meinen Kollegen und Kolleginnen Bowlen war,
und wir die Teamaufteilung per Schere, Stein, Papier loesten, fand ich das doch etwas seltsam. Immerhin sind alle meine Kollegen schon mindestens 24.
Aber heute Abend, mit diesen vielen alten Japanern, die sich teilweise schwer noch auf dem Stuhl halten konnten, um dem Tisch zu stehen und im Kreis um ein Paar Geschenke um die Wette, "Saisho wa guu, Janken Pon" (die Japanische, Ching, Chang, Chong Variante) zu schreien, hat das nochmal um Laengen getopt.
Tatsaechlich ist hier "Janken" ein unglaublich praktisches Mittel, fuer jede Situation solcher Art, und wird auch nicht selten benutzt. Im Kindergarten wird so im Grunde alle paar minuten eine Entscheidung zwischen den Kindern gefaellt, und dieses System der gerechten Konfliktloesung wird bis ins spaete Alter auch so belassen.

Und so bin ich durch geschicktes Stein Schere Papier spielen heute um ein Paar potthaessliche, deutsche Gluehweintassen reicher geworden. Und auch viele der aelteren Herrschaften haben sich so bis an die Spitze zum Geschenktisch gespielt.
Das 5-Jaehrige Maedchen hingegen, ging meines Wissens leer aus.


Hier gerade bei einer wichtigen Endentscheidung. Die drei Gewinner der vorher bestrittenen Tischrunden spielen nun um die Reihenfolge, wer zuerst zum Tisch gehen darf, um ein Geschenk zu nehmen - was selbstredend mit Janken zu loesen ist.